flairberlin InfoPage
© Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Foto: Jörg P. Anders, Berlin
Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50
10785 Berlin
Telefon: +49 (0)30 266 42 4510
Fax: +49 (0)30 266 42 4545
Führungen und Gruppenanmeldungen
Führungen für Schulklassen und Gruppen werden nach Voranmeldung vermittelt.
Telefon: 030 266 - 424242
Fax: 030 266 - 422290
Gruppenanmeldungen ohne Führung bzw. Gruppenanmeldungen mit Fremdführung durch die Ausstellung können im Shop gebucht werden.
Ausstellung ab 12. März 2010
Die Sammlung kehrt zurück: nach langer Abwesenheit präsentiert die
Nationalgalerie ab 12. März 2010 wieder ihren reichen Bestand zur
Klassischen Moderne im Mies van der Rohe-Bau.
Die langfristig angelegte Ausstellung "Moderne Zeiten" führt in aller
Deutlichkeit die herausragende Qualität des Sammlungsbestandes der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts vor Augen, durch welchen die Neue Nationalgalerie
den Überblick über das 19. Jahrhundert der Alten Nationalgalerie mit
Präzision und Reichtum fortführt.
Der Fokus liegt erstmals ganz auf der Epoche von 1900 bis 1945, die damit
ausgreifender und vielschichtiger als bisher vorgestellt werden kann.
"Moderne Zeiten" lenkt den Blick auf Hauptwerke der modernen Malerei und
Bildhauerei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Höhepunkte aus
Expressionismus, Dada, Neuer Sachlichkeit, Bauhaus-Kunst und Surrealismus
sind in der Sammlung der Nationalgalerie glanzvoll vereint: Von jenem monumentalen
Fries, den Edvard Munch 1906/07 für die Berliner Kammerspiele
malte, über Ernst Ludwig Kirchners kraftvolles Hauptwerk "Potsdamer Platz"
von 1914 bis hin zu den "Zwei Schwestern" von Fernand Léger mit ihren
industriell anmutenden Körpern von 1935. Vorgestellt wird jedoch nicht nur
der Kanon der Avantgarden, sondern auch die Vielfalt der Kunst zwischen
Figuration und Abstraktion.
Eine weitere, bedeutende Dimension erfährt die Sammlungspräsentation
durch fortwährende Verweise auf die wechselhafte und politisch geprägte
Geschichte der Nationalgalerie. Gesammelt wurde unter den jeweiligen
Gegebenheiten von Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus,
Bundesrepublik und DDR.
Die Geschichte der Klassischen Moderne in der Nationalgalerie beginnt mit der
"Galerie der Lebenden", die 1919 im ehemaligen Kronprinzenpalais eröffnet
wurde, der damaligen Dependance des auf der Museumsinsel gelegenen
Stammhauses der Nationalgalerie. Während der 1920er Jahre wurde dort eine
hervorragende Sammlung von Gegenwartskunst aufgebaut. Besonders der
Expressionismus, aber auch andere stilistische Richtungen waren mit zahlreichen
Meisterwerken vertreten.
Als die Weimarer Republik 1933 durch die Nationalsozialisten zerschlagen
wurde, begann auch die Verfolgung der modernen Kunst. Diese wurde in
öffentlichen und privaten, insbesondere jüdischen Sammlungen beschlagnahmt,
diffamierend zur Schau gestellt, verkauft oder zerstört. Seinen
Höhepunkt fand der nationalsozialistische Bildersturm in der Ausstellung
"Entartete Kunst", die im Juli 1937 in München, anschließend in Berlin und an
anderen Orten gezeigt wurde. Auf diese Weise verlor die Nationalgalerie über
500 Kunstwerke.
Innerhalb der aktuellen Sammlungspräsentation erinnern Fotografien an
ausgewählte Hauptwerke, die ehemals zum Bestand der Nationalgalerie
gehörten. Diese Bilder sind als schwarz-weiße Reproduktionen in Originalgröße
wiedergegeben. Die Fotografien sind ein Versuch, die Sammlungsgeschichte
in Auswahl transparent zu machen. Die Präsentation "Moderne
Zeiten" bietet daher einerseits den höchsten ästhetischen Genuss von Kunst,
andererseits regt sie auch an zur Reflexion über Geschichte, Kunst und Politik.
In keiner anderen öffentlichen Sammlung in Deutschland werden derartige
Zusammenhänge aufgrund der Bestände so anschaulich wie in der
Nationalgalerie.
Der Gang durch die Sammlung folgt nicht streng der Chronologie, sondern
wechselt zwischen Künstler-, Themen- und Zeiträumen. Drei Künstlerpersönlichkeiten
werden in Einzelräumen gewürdigt: Ernst Ludwig Kirchner,
Max Beckmann und Rudolf Belling. Eine thematische Orientierung gibt es etwa
bei den Naturstudien der "Brücke"-Künstler oder beim Verhältnis von Mensch
und Maschine.
Auf die Zeitgeschichte beziehen sich Räume zum Ersten und Zweiten
Weltkrieg. Die Benennung der Ausstellungsräume folgt dabei jeweils den
Titeln einzelner Hauptwerke.
Zwei Ausstellungssektionen setzen sich durch ihre Gestaltung von den
übrigen Bereichen ab. Zum einen ist dies ein Raum, den das Kupferstichkabinett
der Staatlichen Museen zu Berlin in eigener Regie mit Zeichnungen
und Grafiken aus ihrem reichen Bestand bespielt. Zum anderen
handelt es sich um eine Sektion, welche der Gattung des Porträts gewidmet
ist. Dort ist eine Vielzahl unterschiedlichster Porträts collageartig arrangiert,
um den Variantenreichtum der in der Sammlung vertretenen Bildnisse
vorzuführen. Eine Art geistige Schirmherrschaft übernimmt Charlie Chaplin.
Mit dem Titel seines berühmten Filmes "Modern Times" (1936), einer Satire
auf die moderne Arbeitswelt, ist die aktuelle Sammlungspräsentation in der
Neuen Nationalgalerie überschrieben.
"Moderne Zeiten" ist der erste einer auf zwei Teile angelegten Präsentation
der Sammlungsbestände der Nationalgalerie zum 20. Jahrhundert. Im Anschluss
an die Klassische Moderne werden ab Herbst 2011 Werke aus der Zeit
nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt, bevor danach die besondere und
schützenswerte Architektur Mies van der Rohes hoffentlich einer umfassenden
Sanierung unterzogen und in ihren originalen Zustand zurückgeführt und
erhalten werden kann.
Konzeption der Sammlungspräsentation:
Udo Kittelmann, Joachim Jäger, Dieter Scholz, Nina Schepkowski
Architektur- und Ausstellungsgestaltung:
meyer voggenreiter projekte (Köln)
flairberlin Anmeldung
Wir freuen uns, wenn Sie dazu beitragen, das Flair von Berlin zu präsentieren!
Anmeldung für Ihre flairberlin-BusinessCard