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Guitare Noir, 2009 © Thierry Noir www.lumas.de
LUMAS Editionsgalerie Berlin - Mitte
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Ausstellung 09. Oktober - 09. November 2009
THIERRY NOIR - 20 Jahre Mauerfall
Vernissage in Anwesenheit des Künstlers:
08. Oktober 2009, 19 - 21 Uhr
Im November 2009 jähren sich die Friedliche Revolution und der Fall der Mauer zum 20. Mal. Zu diesem geschichtsträchtigen Ereignis zeigt LUMAS in Berlin exklusiv die Arbeiten des französischen Aktionskünstlers Thierry Noir, für den die Mauer "die größte Betonleinwand der Welt" darstellte.
Thierry Noir wurde 1958 in Lyon geboren und kam 1982 mit nur zwei Koffern nach Berlin, angelockt durch die Musik und den Lifestyle, der damals in Berlin lebenden Musiker David Bowie, Lou Reed und Iggy Pop. Doch auch nachdem die Musiker wieder weiter zogen, blieb Noir der Hauptstadt treu: die Faszination der damals noch geteilten Stadt ließ ihn nicht los und inspirierte ihn zu seinen heute bekanntesten Arbeiten, die bei LUMAS nun erstmals als Edition erhältlich sind.
Im April 1984 begann Thierry Noir, zusammen mit den französischen Künstlern Christophe Bouchet und Kiddy Citny die Mauer zu bemalen. Schnell nahmen seine Malereien immer größere Dimensionen an. In der internationalen Kunstszene wurde Noir bald zu einem Vorreiter der Streetart. Neben seinem Kollegen Bouchet und Keith Haring gehört Noir zu den berühmtesten Aktionskünstlern auf diesem Gebiet. Thierry Noir ging es in seinen Arbeiten nie darum, die Mauer zu verschönern, vielmehr wollte er sie entmythisieren. Das triste, beklemmende Grau sollte seinen bunten Bildern weichen und den Menschen die Berührungsängste mit dem Thema Mauer nehmen.
Die Berliner Mauer war das sichtbare Zeichen des Kalten Krieges. Sie stand für Angst, Kontrolle und vor allem Abgrenzung: ein kilometerlanges Symbol der Teilung. Als die DDR-Grenztruppen im Jahr 1976 begannen, einen neuen Typus der Mauer zu bauen, legten sie damit unbewusst den Grundstein für die so genannte Mauerkunst, die inzwischen einen festen Platz in der Geschichte eingenommen hat. Dieser neue Typus, die "Grenzmauer 75", bestand aus einzelnen Elementen, die 3,60 Meter hoch waren und eine weiße Grundierung besaßen. Eine riesige, weiße Betonleinwand entstand, die natürlich viele Künstler geradezu herausforderte, genutzt und bemalt zu werden. Die Mauerkunst war nicht geschützt, jeder unbekannte oder bekannte Maler konnte sich verewigen, musste aber damit rechnen, dass seine Werke bereits wenige Tage später wieder übermalt wurden.
Noirs Kunstwerke zeichnet ein hoher Wiedererkennungswert aus. Aufgrund ihrer leuchtenden Farbigkeit, aber auch ob ihrer melancholischen Poesie überlebten seine Kompositionen viel länger, als die Werke zahlreicher seiner Kollegen: ein Beweis dafür, wie viel Respekt Thierry Noir von anderen Aktionskünstlern entgegen gebracht wurde. Selbst zu Zeiten des Mauerfalls waren die meisten seiner Arbeiten noch zu sehen und mussten nicht den Werken anderer Aktionskünstler weichen. Nach der Wiedervereinigung avancierten Noirs Bilder sehr schnell zu Symbolen der neuen Freiheit Berlins und Deutschlands, wofür sie auch heute noch stehen. In seinen Werken verarbeitet der Künstler kontinuierlich die Sehnsucht nach Liebe und seinen optimistischen Glauben an eine hoffnungsvolle Zukunft. Die allegorische und rätselhafte Ikonografie der Bilder ist somit auch Sinnbild für eine Welt der Poesie.
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